Über die Geschichte des Flamenco

Die aus ihrem Ursprungsland Nordindien vertriebenen Sinti und Roma, die als Berufsmusiker arbeiteten, kamen nach einer Jahrhunderte dauernden Reise über Persien, Ägypten, Nordafrika über die Straße von Gibraltar im 15. Jahrhundert in Andalusien an. Hier bearbeiteten sie die Spuren der musikalischen orientalischen Vergangenheit und entwickelten dieses einzigartige Phänomen, das erst im 19. Jahrhundert den Namen „Flamenco“ erhielt – eine Insel orientalischer Musik im weiten Ozean der westlichen Kulturen.
Eines der drei „Basis“-Elemente des Flamenco ist der Gesang – Cante -, der mit seiner Absolutheit alle existentiellen menschlichen Erfahrungen und Empfindungen zum Ausdruck bringt. Eine Stimme im Flamenco muss nicht schön sein, sie muss weh tun. Der den Gesang begleitende Tanz – Baile - bringt diese Emotionen körperlich zum Ausdruck. Begleitinstrument ist die Gitarre – Toque -, wobei diese dem Gesang und dem Tanz folgt, nicht umgekehrt.

Ur-Schwingung, Leit-Ton des Flamenco ist der Takt - compás. Wenn auch die Gitarre verstimmt ist, der Sänger heiser und der Tänzer grotesk übergewichtig sein sollte, wichtig ist, dass sie im compás bleiben. Neben den eingängigeren 2/4  und ¾ Takten wie beim Tango oder bei der Sevillanas, zeigt der Flamenco seine typischen Charakteristiken vor allem im 12er compás. Das, was für unser Ohr ungewöhnlich klingt, ist der Wechsel zweier Taktarten (3/4 und 6/8- Takt). Es heißt, im richtigen Moment den richtigen Schlag zu machen. Begleitet werden Cante, Baile und Toque von den anderen Teilnehmenden mit rhythmischem Händeklatschen – palmas - und Anfeuerungsrufen - jaleos.

Jeder Flamenco Stil – palo - hat sein eigenes rhytmisches und emotionales Grundmuster und gehört einer „compás-Familie“ an. Hier die gängigsten palos im Überblick:

SevillanasTangoFarrucaTanguilloSiguiriya
Fandango BuleriaGarrotinTientosTaranta/Taranto
AlegriaRumbaPeteneraZorongoMartinete
Soleá

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